Lumumba. Die Tourismus- und Congress-Gesellschaft Frankfurt (TCF) spricht eine „dringende Empfehlung“ an die Schausteller des Weihnachtsmarktes rund um Römer und Hauptwache aus. Es sei bitte auf den Namen „Lumumba“ als Bezeichnung für ein mit Rum angereichertes heißes Kakaogetränk zu verzichten. Bei der Herleitung des Begriffes gebe es „eine Variante, die rassistische Stereotype bedienen kann“. Es gab nämlich den kongolesischen Freiheitskämpfer Patrice Lumumba, der 1961 als Regierungschef erschossen wurde. Und da in dem Getränk ja ein „Schuss“ Rum ist, könne dies eine Anspielung sein. Tatsächlich ist die Herkunft des Namens für das Getränk laut Wikipedia ungeklärt. Quelle: F.A.Z
Bücher. Die deutschen Bibliothekare haben einen „Expert*innenzirkel“, der Bücher auflistet, die mit Warnhinweisen versehen werden sollen. Diese sollen dafür sorgen, dass Bibliotheksnutzer keinen Thesen Glauben schenken, die den für die Regierenden und den Zeitgeist akzeptablen Meinungskorridor verlassen. In den Büchern werden auf der ersten Seite Aufkleber mit dem folgendem Inhalt angebracht: „Dies ist ein Werk mit umstrittenem Inhalt. Der Inhalt dieses Werks ist unter Umständen nicht mit den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft vereinbar. Dieses Exemplar wird aufgrund der Zensur-, Meinungs- und Informationsfreiheit zur Verfügung gestellt.“ Quelle: Norbert Häring
Bitte unterstützen Sie cancelculture.de mit einer SPENDE!
Wolfgang K. (Name geändert) Der Bauingenieur aus Wuppertal wurde zu 3000 Euro Strafe wegen Beleidigung verurteilt.Da er die Strafe nichtbezahlte, wurde Ersatzhaft angeordnet und er wurde schließlich im August 2023 in Handschellen abgeführt und landete in der JVA Dortmund. Insgesamt saß er 30 Tage im Gefängnis ein.Grund: Im April 2022, der russische Überfall auf die Ukraine war gerade zwei Monate her, schrieb er an die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), eine aufgebrachte E-Mail, bezeichnete sie darin als „Märchenerzählerin“ und sagte, sie würde den Menschen „dummes Zeug“ verkaufen. Quelle: Apollo News
Helmut K. (Name geändert) Weil der Rentner im Kontaktformular des Auswärtigen Amts scharfe, satirische Kritik an Außenministerin Annalena Baerbock übte, erhält er vom Amtsgericht Celle einen Strafbefehl und muss 800 Euro Strafe zahlen. Er schrieb in dem Formular: „Fast die ganze Nation stellt sich fieberhaft die Frage: Wann überwindet der/die Baerbock seine/ihre Pubertät, wann wird der/die Baerbock endlich erwachsen? Einige böse Zungen meinen: nie, denn sie ist beim Trampolinspringen zu oft an die Zimmerdecke geknallt.“ Sein Anliegen beendete K. mit der Signatur „Helmut K. innerlich emigrierter Steuersklave.“ Quelle: Apollo News
Telepolis. Das unter dem Dach des Heise-Verlags produzierte „Magazin der Netzkultur“ hat auf einen Schlag sämtliche, mehr als 50.000 vor 2021 auf seiner Website erschienenen Beiträge ins Offline verbannt. Die Begründung der Chefredaktion: Deren Qualität könne man „nicht pauschal garantieren“. Man habe einsehen müssen, „dass es keine realistische Möglichkeit gibt“, die enorme Menge an Material hinreichend zu prüfen. Das 1996 gegründete Medienprojekt rühmt sich damit, „blinde Flecken in der Berichterstattung“ zu beleuchten. Der Mitbegründer und ehemalige Chefredakteur, Florian Rötzer, kommentiert. „Diese riesige Löschaktion ist ein beispielloser Akt, mit dem ein wichtiges Stück des kulturellen Gedächtnisses ausradiert wird.“ Quelle: Junge Welt
Holocaust Wanderausstellung. Die Wanderausstellung „Teufelskreis“ stammt vom britischen Holocaust-Museum und beschäftigt sich mit mehreren antisemitischen Pogromen seit 1938. Dabei „zieht [sie] eine Parallele zwischen dem Vernichtungswillen der Nationalsozialisten und der Islamisten“, wie Apollo News erläutert. Das Friedrich-Meinecke-Institut der FU hatte Interesse, ein Termin war für kommenden Februar vereinbart, das Uni-Präsidium grätscht nun aber dazwischen. Man stoße sich nicht an „Inhalten oder Darstellungsformen der Ausstellung“, sie passe aber eher in ein Museum als in das Foyer eines Universitätsgebäudes. Das sei nämlich kein geeigneter Ort für zu erwartende „emotionale Reaktionen“ und „intensive Debatten“. Ausstellungsmacherin Prof. Maiken Umbach, die in Großbritannien lehrt, bedauert die Entscheidung. Die Wissenschaftlerin findet, gibt die Jüdische Allgemeine sie wieder, „dass gerade Universitäten Orte sein müssten, an denen unbequeme Wahrheiten ausgesprochen und kontrovers diskutiert werden können.“ Quelle: Achgut
Thilo Mischke. Mehr als 100 Kulturschaffende sprechen sich sich in einem offenen Brief gegen ein Engagement von Thilo Mischke als Moderator des ARD-Kulturmagazins „ttt – titel thesen temperamente“ aus. Man sei „bestürzt über diese Personalentscheidung der ARD, mit der die Kultursendung ttt – titel thesen temperamente nachhaltig beschädigt wird“, heißt es in dem Schreiben an die Programmverantwortlichen der beteiligten öffentlich-rechtlichen ARD-Häuser. Die Unterzeichner des Schreibens, zu denen neben Autoren auch Journalisten und Kulturschaffende zählen, werfen Mischke auch vor, sich nicht kritisch mit seinem früheren Werk auseinandergesetzt und sich nicht ausreichend distanziert zu haben. Mischke wird, u.a. wegen seinem 2010 erschienenen Buchs „In 80 Frauen um die Welt“ Sexismus angelastet. Quelle: Berliner Morgenpost
Nachtrag: Anfang Januar 2025 gibt die ARD bekannt, dass Thilo Mischke die Moderation des Kulturmagazins nicht übernehmen wird.
Bernhard Krötz. Dem renommierten Mathematik-Professor wird die Verwendung eines „N-Worts“ zur Last gelegt. Man schießt sich auf ihn ein, nachdem er vorher mit bildungspolitischer Kritik angeeckt ist. Ende Oktober ließ er – ungegenderte – „Studenten“ wissen, dass eine der parallel stattfindenden Übungen zur Vorlesung Lineare Algebra I künftig mangels Nachfrage ausfällt. „Die wenigen Teilnehmer verteilen sich bitte auf die verbleibenden Gruppen“, schrieb Krötz. „Hoffe, dass wir die zehn kleinen Negerlein nicht weiter singen müssen.“ Damit spielte der Mathematiker auf einen offenbar fortgesetzten Rückgang der Anwesendenzahl bei der Lehrveranstaltung an. Derlei sei „nicht nur verletzend und diskriminierend“, sondern verstoße auch gegen „unsere gemeinsamen Werte von Toleranz und Respekt an der Universität“, heißt es in einer Erklärung, die von über einem Dutzend Fachschaften und mehreren Hochschulgruppen der südostwestfälischen Uni unterstützt wird. Außerhalb mathematischer Fachkreise hat sich Krötz vielmehr einen Namen als lautstarker Kritiker der Bildungsmisere in Deutschland gemacht. An der Vermittlung des Lehrstoffes, den Schulbüchern und der Niveauabsenkung hat er eine Menge auszusetzen. Berühmt wurde sein Video „Schulmathematik: Vergleich Indien-NRW“ – wie der wohl ausgegangen sein mag? Dort vertritt er die die Auffassung, dass die Mathe-Abschlussprüfung für baden-württembergische Realschüler in den 1970ern heute fast alle angehenden Realschullehrer in NRW überfordern würde. Quelle: Achgut
Klaus-Jürgen Gadamer berichtet, dass eine Volkshochschule (VHS) ihm als Dozenten gekündigt hat. Die mutmaßlich in Baden-Württemberg beheimatete Bildungseinrichtung habe sich von ihm als Gitarrenlehrer getrennt, „weil ich die VHS mehrfach darauf aufmerksam machte, dass die [von ihr genutzte] Gendersprache geltenden Rechtschreibregeln entgegensteht.“ Unter anderem teilte man ihm mit: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie unsere Verwendung von geschlechtergerechter Sprache explizit ablehnen. Auch wenn wir Ihre Meinung und die Meinungsfreiheit selbstverständlich respektieren, möchten wir sicherstellen, dass potenzielle Diskussionen zu diesem Thema nicht in unsere Kurse im Bereich Kultur und Gestalten einfließen.“ Gadamer wandte sich daraufhin an die Antidiskriminierungsstelle. Dort war man allerdings nicht der Meinung, dass ein Rauswurf wegen des Hinweisens auf Rechtschreibregeln eine Diskriminierung ist: „In diesem Fall liegt keine Diskriminierung nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz vor. Die von der VHS-Leitung eingebrachte Argumentation ist nach unserer Einschätzung stichhaltig.“ Quelle: Tichys Einblick
Manuel Ostermann. Amnesty International geht gegen den Bundespolizist und Funktionär der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) vor. Er soll durch u.a. einen Tweet gegen seine Beamtenpflichten verstoßen haben, so die Menschenrechtsorganisation. CDU-Mitglied Ostermann hatte im Oktober den Einsatz von Polizeihunden auf israelfeindlichen Demos begrüßt und ergänzt, „nicht selten wäre die Abnahme des Maulkorbs angemessen“. Zuvor hatten sich die Vierbeiner (mit Maulkorb) bei einer Versammlung in Berlin offenbar als wirksam erwiesen – insbesondere gegenüber arabischen Teilnehmern. „Die gewaltbereiten Antisemiten missbrauchen nicht nur unser Grundgesetz, schlimmer noch“, so Ostermann, „Leib & Leben von Polizeibeamten ist denen schlicht egal.“ Dann hat er noch die Abschiebung von Demonstranten gefordert. Amnesty findet das „hetzerisch“ und „den Einsatz von Diensthunden ohne Maulkorb […] unverhältnismäßig“. Die Organisation hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Ostermann eingereicht. Quelle: Achgut
