David Bendels. Wegen Kritik an Innenministerin Nancy Faeser (SPD) verurteilt das Amtsgericht Bamberg verurteilt Deutschland-Kurier-Chefredakteur zu 7 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Bendels hat einen satirischen Tweet abgesetzt mit einem Bild auf dem Frau Faeser ein Schild hochhält, auf dem geschrieben steht „Ich hasse die Meinungsfreiheit“. Die Staatsanwaltschaft beantragt Revision, da ihr das Strafmaß zu gering ist.
Bernarda. Die blinde Sängerin soll beim Festival M4music der Migros in Zürich auftreten. Kurz vor ihrem Auftritt schreibt der Veranstalter das Programm plötzlich um. Statt Bernarda steht an ihrem Platz nun eine andere Musikerin. Der Grund für das gecancelte Konzert sind Drohungen von Linksextremen. Sie mobilisierten ihren Mob und riefen zu Störaktionen des geplanten Konzertes auf. Es gelte die „gruselige“ Veranstaltung zu verhindern. Bernarda, eine angebliche „Fundi-Sängerin“, habe „nichts in unseren Quartieren verloren“. Die selbsternannten Autonomen und Antifaschisten riefen weiter dazu auf, „laut und queer gegen Christen-Fundis“ vorzugehen. Das Vergehen der blinden Sängerin mit kroatisch-schweizerischen Wurzeln, die durch verschiedene Casting-Shows bekannt wurde: Sie ist eine gläubige Christin und trat auch schon an einem „Marsch fürs Läbe“ der Lebensschutzbewegung auf. Quelle: Weltwoche
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Vladimir Korneev. Der russische Schauspieler und Sänger soll im Literaturhaus München an einem Chansonabend zum Thema „Was wäre, wenn wir mutig sind“ mitwirken. Nach der Vertragsunterzeichnung kommen der Literaturhausleiterin Tanja Graf gegen einen seiner Beiträge Bedenken: Sie hat im Internet gelesen, dass das Lied „Zhuravli“ (Kraniche) in Russland bei Soldatenbegräbnissen gesungen werde, und bitte Korneev, es durch ein anderes Stück aus seinem Repertoire zu ersetzen. Korneev, ein leidenschaftlicher und stolzer Künstler, antwortet, „Zhuravli“ sei kein Kriegs-, sondern ein Anti-Kriegslied und für ihn zudem von besonderer persönlicher Bedeutung. Er werde das dem Münchener Publikum erklären und die Performance ausdrücklich den getöteten Ukrainern widmen. Man einigt sich nicht. Korneevs Auftritt wird abgesagt, der Künstler ausbezahlt. Quelle: F.A.Z.
Omri Boehm. Der israelische Philosoph Omri Boehm, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2024 und Mitglied des PEN Berlin, soll bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora eine Rede halten. Eingeladen hat ihn die Gedenkstätte laut Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner, weil »wir von ihm auf einem hohen Reflexionsniveau ethisch fundierte Gedanken zum Verhältnis von Geschichte und Erinnerung, insbesondere zum Wert der universellen Menschenrechte und ihrer Bedeutung mit Blick auf die NS-Verbrechen, erwarten können.« Nach Protesten der israelischen Botschaft zieht Wagner die Einladung zurück. Quelle: PEN Berlin
Alan Posener kommentiert in der WELT: „Omri Boehm ist ein philosophischer Kritiker seines Geburtslands Israel und des Kriegs in Gaza. Seine Thesen soll man diskutieren – in Ruhe. Doch dass ausgerechnet Boehm zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald sprechen sollte, war eine absurde Idee. Gut, dass sie korrigiert wurde.“
Till Lindemann. Auf dem Festival „achtung berlin“ soll ein Film von Laura Laabs laufen: „Rote Sterne überm Feld“. Der Film, 2023 gedreht, spielt in dem ostdeutschen Städtchen Bad Kleinen, wo der Fund einer Moorleiche ein vertracktes Traumspiel über das Verschwinden und Wiederauftauchen von Vergangenheiten, über Geschichte und Gegenwart auslöst. Beim Filmfestival Saarbrücken gewann „Rote Sterne überm Feld“ im Januar den Preis der Filmkritik für den besten Spielfilm, im Mai soll er ins Kino kommen. Aber: In zwei kurzen Szenen ist der „Rammstein“-Sänger Till Lindemann zu sehen, als zwielichtiger Dorfkauz und Erlkönig der mecklenburgischen Provinz. Deshalb teilt „achtung berlin“ mit, „Rote Sterne . . .“ werde „mit entsprechender Anmoderation und anschließendem Q&A mit Expert:innen“ gezeigt. Denn: „wir fühlen aufrichtig mit allen Betroffenen, die Opfer von Machtmissbrauch und sexueller Übergriffe geworden sind.“ „Anonyme Kritiker“, heißt es, hätten die Vorführung im Internet angeprangert. Die Regisseurin selbst entschuldigt sich mit einem Statement bei den Betreibern und Nutzern des Instagram-Accounts „Keine Show für Täter“ und der Website „Kein Rammstein“ in Berlin: „Ihr sprecht nicht nur berechtigte Bedenken an, sondern uns teilweise aus dem Herzen.“ Man beachte: Der Film entstand, bevor es die Anschuldigungen gegen Lindemann gab. Und Staatsanwaltschaft Berlin hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den Musiker nach kurzer Zeit eingestellt. Quelle: F.A.Z.
Metropol. Der namhafte Berliner Club Metropol befindet sich in einer Immobilie, die Henning Conle gehört. Der soll angeblich illegale Spenden an die blaue Partei geleistet haben – in Millionenhöhe. Der Musiker Zartmann (Textzeile aus einem Lied: „‚Fickt die AfD‘“) sagt deshalb ein Konzert ab, das im Metropol hätte stattfinden sollen, und verlegt es in eine andere Location. Es folgen weitere Boykotte, verschiedene Partys in der Veranstaltungsstätte müssen ausfallen. Quelle: Achgut
Jörg Bernig. In Regensburg gibt es ein Sudetendeutsches Musikinstitut (SMI). Auf einer SMI-Veranstaltung sollte der Schriftsteller Jörg Bernig aus seinem Buch Eschenhaus lesen. Doch die Lesung wird abgesagt. Dem Autor zufolge hat man ihm telefonisch mitgeteilt, dass die Oberpfälzer Bezirksregierung, bei der das SMI angesiedelt ist, den Daumen gesenkt habe. Und zwar, weil man im Internet nach ihm gesucht und er an nicht wohlgefälligen Stellen publiziert habe. Quelle: Achgut
Julia Ruhs. Die Journalistin behandelt beim Bayrischen Rundfunk in einer Doku das Thema „Asylpolitik in Deutschland: Droht ein Kontrollverlust?“ Zwei freie Mitarbeiter des NDR distanzieren sich von der Produktion, darunter einer, der als Cutter selbst mitgewirkt hatte. Der unvermeidliche Jan Böhmermann spricht in seinem ZDF-Format von „rechtspopulistischem Quatsch“, ZDF-Journalistin Nicole Diekmann geht Ruhs von oben herab an – nicht zum ersten Mal. Der Verein Neue Deutsche Medienmacher:innen vertritt angeblich die Devise „Guter Journalismus ist vielfältig“, hat aber natürlich ein Problem damit, „wenn migrationsfeindliche Narrative plötzlich als ‚Meinungsvielfalt‘ verkauft werden“. Er ruft dazu auf, die Redaktionen von BR und NDR mit negativer Kritik zu bombardieren; eine weitere Sendung dieser Art will man damit wohl verhindern. Quelle: Achgut
Nicole Jordan. Am Haus, in dem die in der AfD aktive Nicole Jordan lebt, sind wieder Spuren eines Angriffs zu sehen. Der 50. in zehn Jahren, wie die AfD-Frau gegenüber der Jungen Freiheit angibt. Diesmal blockierte ein Fahrradschloss das Tor zum Grundstück, so dass man es nicht ohne weiteres verlassen konnte. Auch wurde eine Seite des Gebäudes mit schwarzer Farbe besprüht. Das betraf auch das Fenster zum Kinderzimmer ihrer siebenjährigen Tochter, so Jordan. Quelle: Achgut
Nico Klinger. Der Thüringer Rapper Nico Klinger alias Schillah zieht ein Lied zurück und sagt ein Konzert ab. Der frisch veröffentlichte Song „Vallah“ (hier live) – inzwischen von den meisten Plattformen wieder gelöscht – enthält die Textzeilen „Nix Vallah Vallah […] / Wir sind tief im Osten, hier ist jeder Balla Balla […] Nix ist hier Vallah – Schnauze du bist Deutscher / Kipp die Tränen runter mit ’nem Shot vom Kräuter.“ Damit, so Schillah, habe er niemanden diskriminieren wollen und bei einem zum Lied gehörenden Videodreh seien auch Moslems anwesend gewesen. Offenbar gab es dennoch massiven Gegenwind. Jedenfalls, so der Rapper, habe es linksextreme Drohungen gegen sein in Leipzig geplantes Konzert gegeben. Man habe in Aussicht gestellt, die „Fans vor und nach dem Konzert zusammenzuschlagen und abzufangen“. Diesem Risiko wolle er sein Publikum, zu dem Minderjährige, auch Eltern mit ihren Kindern, gehören, nicht aussetzen. Quelle: Achgut
Tesla. In Leipzig und Großgerlingen gibt es Brandanschläge auf Tesla-Fahrzeuge, weil der Chef der Firma böse ist. In Großgerlingen brennen 12 Autos. In Leipzig versuchen Unbekannte, zwei Tesla-Fahrzeuge anzuzünden, indem sie eine Spraydose mit Pyrotechnik auf einen Unterstand werfen, unter dem die Autos geparkt waren. Es kommt zu einer Explosion, die ein Solarpanel beschädigt, aber die Fahrzeuge bleiben unversehrt. Auf der Dose stehen die Schriftzüge „Fuck Tesla“ und „Fuck AfD“. Auch im März und im Februar hatte es Anschläge gegeben. Quelle: Grok