September 2020

Christin Park Young-Ai. Die Berliner Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen die 71 Jahre alte Betreiberin eines koreanischen Restaurants ein. Grund dafür seien Bibelverse, die die Frau an den Wänden ihres Lokals aufgehängt hat. Unter anderem fänden sich darunter auch Verse aus dem dritten Buch Mose, in denen es heißt: „Einem Mann sollst du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies (…) jeder, der einen von allen diesen Greueln tut – die Personen, die sie tut, sollen ausgetilgt werden aus der Mitte ihres Volkes.“ Der Anwalt der Wirtin Christin Park Young-Ai sagt, das Lokal im Stadtteil Schöneberg sei inzwischen auf Anordnung des Amtsgerichts Tiergarten durchsucht worden. Das Gericht begründete das Vorgehen mit einer angeblich „homophoben und menschenfeindlichen Haltung“ Parks.

Serdar Somuncu. In einem Podcast des RBB benutzt der Kabarettist eine Reihe politisch unkorrekter Ausdrücke. Ein kleiner 2-minütiger Ausschnitt aus dem gut 3-stündigen Podcast sorgt bei Twitter für viel Aufregung. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg entschuldigt sich: „Radioeins übernimmt dafür die Verantwortung und entschuldigt sich auch im Namen der beiden Protagonisten bei all den Menschen, die sich deshalb beleidigt oder herabgewürdigt fühlen. Radioeins hatte niemals die Absicht, rassistische oder sexistische Stereotypen zu befördern.“ radioeins-Programmchef Robert Skuppin sagt, man hätte nach der Live-Ausstrahlung bei Instagram den Podcast redaktionell bearbeiten und dabei die missverständlichen Passagen einordnen beziehungsweise rausschneiden müssen. Er erläutert Somuncu, hätte satirisch kritisieren wollen: „… dass es Menschen nach wie vor gibt, die glauben, sie könnten alles sagen, mit dem Hinweis, hier herrscht Meinungsfreiheit. Und ich glaube, so ne Person wollte Serdar darstellen.“

Ulrich van Suntum. Die Welttierschutzgesellschaft „komplimentiert“ den emeritierten VWL-Professor aus ihrem Vorstand. Der Grund dafür ist laut van Suntum seine (parteilose) Kreistagskandidatur für die AfD.

Milosz Matuschek. Der Redaktor für „Politik, Wirtschaft & Kultur“ sowie Stellvertretender Chefredaktor bei der liberalen Zeitschrift Schweizer Monat, darf nicht mehr in der NZZ schreiben. Die NZZ reagierte damit auf die jüngste Kolumne von Matuschek „Was, wenn am Ende ‚die Covidioten‘ recht haben?“, wobei offenbar weniger der Inhalt den Ausschlag gab, als die Tatsache, dass die Kolumne anschließend auch auf der Webseite von Ken Jebsen gespiegelt wurde. Matuschek ist einer der Initiatoren des Appells für freie Debattenräume.

Alexander Schiebel. Die Bozener Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Autor und Filmemacher, nachdem der ehemalige Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft, Arnold Schuler, Strafanzeige gegen Schiebel und seinen Verleger Jacob Radloff vom Oekom-Verlag gestellt hat. Der Vorwurf lautet auf „üble Nachrede“ zum Schaden der Provinz Südtirol und der dortigen Landwirtschaft. Alexander Schiebel kritisierte in dem Buch und im gleichnamigen Film „Das Wunder von Mals“ den starken Pestizideinsatz im Apfelanbau. Auch Karl Bär, Referent für Agrar- und Handelspolitik beim Umweltinstitut München, wurde angezeigt, wegen einer Kampagne zum Pestizideinsatz in Südtirol.

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