April 2021

Jan Josef Liefers und Ulrich Tukur. Die beiden Schauspieler beteiligen sich an der Aktion #allesdichtmachen, in der 53 Schauspieler sich kritisch zu den Corona-Maßnahmen äußern. Der nordrhein-westfälische SPD-Politiker und WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin (53) fordert Konsequenzen für die beteiligten Schauspieler! Er schreibt: „Jan Josef Liefers und Tukur verdienen sehr viel Geld bei der ARD, sind deren Aushängeschilder. Auch in der Pandemie durften sie ihrer Arbeit z.B. für den Tatort unter bestem Schutz nachgehen. Durch ihre undifferenzierte Kritik an ‚den Medien‘ und demokratisch legitimierten Entscheidungen von Parlament und Regierung, leisten sie denen Vorschub, die gerade auch den öffentlich-rechtlichen Sendern gerne den Garaus machen wollen. Sie haben sich daher als deren Repräsentanten unmöglich gemacht. Die zuständigen Gremien müssen die Zusammenarbeit – auch aus Solidarität mit denen, die wirklich unter Corona und den Folgen leiden – schnellstens beenden. Viele Grüße, ein Rundfunkrat.“ Quelle: BILD.
Der Aktion folgft erwartungsgemäß neben viel Zustimmung auch vehemente Kritik und ein Shitstorm in sozialen und regierungstreuen Medien. Daraufhin ziehen einige Schauspieler ihre Beiträge zurück. Auf der Website wird dazu angemerkt: „Wir üben Kritik mit den Mitteln von Satire und Ironie. Wenn man uns dafür auf massivste Art und Weise beschimpft und bedroht, ist das ein Zeichen, dass hier etwas ins Ungleichgewicht geraten ist. (…) Übrigens: Wenn Videos von dieser Seite verschwinden, dann heißt das nicht zwingend, dass die jeweiligen Leute sich distanzieren. Es kann auch bedeuten, dass jemand sich einfach nicht in der Lage sieht, diesen Shitstorm auszuhalten, oder dass Familie und Kinder bedroht werden.“
Youtube und Google versuchen, die Verbreitung der Videos zu unterdrücken, indem sie sie bei der Suche nicht mehr oben anzeigen. Der Kanal, der enorme Abrufzahlen hat, wird von YouTube digital ausgeblendet. Dies ist rechtswidrig und verletzt die durch Art. 5 GG verbriefte Meinungs-, Presse-, und Informationsfreiheit.

Susanne Dagen. Unbekannte schlagen in der Nacht im Buchhaus Loschwitz in Dresden das Schaufenster ein und werfen eine mit Pyrotechnik und Buttersäure gefüllte Flasche in den Laden. Das Buchhaus Loschwitz wird von Susanne Dagen betrieben, die für die Freien Wähler im Stadtrat von Dresden sitzt. „Mit Lesungsformaten wie „Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen“, teils umstrittenen Autor*innen und einer vorübergehenden Mitgliedschaft im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung stand sie immer wieder Fokus Linksextremer“, schreibt das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels. Dagen gibt unter anderem die Buchreihe »Exil« heraus, in der auch ein Essay der Autorin Monika Maron erschien, der zu ihrer Trennung vom S. Fischer Verlag führte. Das Buchhaus Loschwitz wurde 2015 und 2016 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.
Der CDU Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz schreibt in einer Stellungnahme: „Das BuchHaus Loschwitz hat seit einiger Zeit den Zorn der Verfechter der Cancel-Culture auf sich gezogen, weil es neben wohlgelittener Literatur auch Bücher von sogenannten umstrittenen Autoren oder Verlagen anbietet. Ich wünsche Frau Susanne Dagen, der Eigentümerin, und Ihrer Familie, dass Sie sich von dieser Provokation nicht beeindrucken lassen und Ihre mutige Tätigkeit für die Freiheit der Meinungen fortsetzt.

Heinrich Heine. Facebook-Nutzer Dirk Schwarzrock aus Stralsund hatte kürzlich folgenden Aphorismus von Heinrich Heine in seinem Profil veröffentlicht:

„Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“

Facebook entfernte die Heine-Worte mit dem Hinweis, dass der Beitrag gegen die Gemeinschaftsstandards zu Hassrede und Herabwürdigung verstoße. Schwarzrock postete das Zitat daraufhin erneut, was wiederum zur Löschung führte. Zudem wurde er als Nutzer erst drei und dann sieben Tage bei Facebook gesperrt. Quelle: BILD

pro-scriptum. Im Schreibwarengeschäft pro-scriptum in Glienicke hängt ein Plakat „für maskenfreie Schulen“ im Schaufenster. Der Chefredakteur des Berliner Tagesspiegel, Lorenz Maroldt,postet das Bild auf Twitter (sowie im Tagesspiegel Newsletter Checkpoint) und schreibt: „Plakat von Corona-Schwurblern in der „Partnerfiliale“ der Post in Glienicke-Nordbahn.“ Die Post ist offenbar entschlossen, dafür zu sorgen, Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, und antwortet: „Vielen Dank für den Hinweis. Wir nehmen umgehend Kontakt mit dem Partner auf.“

Zsolt Petry. Der Berliner Fußballverein Hertha BSC entlässt seinem Torwarttrainer Zsolt Petry, berichtet die Welt. Hintergrund ist ein Interview, das Petry der regierungsnahen ungarischen Zeitung Magyar Nemzet gab. Darin äußert sich der Trainer zum politischen Engagement seines Landsmannes Peter Gulacsi, der als Torwart beim Bundesligisten RB Leipzig unter Vertrag steht und für die Rechte sexueller Minderheiten eintritt. Petry hat im Interview gesagt, er verstehe nicht, was Gulacsi dazu bewogen habe, „sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen“. Zum Thema Immigration sagte er, Europa sei ein „christlicher Kontinent“, die Einwanderungspolitik „eine Manifestation des moralischen Niedergangs“. Der Torwarttrainer entschuldigt sich später für diese Worte. Der Vorsitzende der Hertha-Geschäftsführung, Carsten Schmidt, sagt, dass Petry im Verein „zu keiner Zeit homophob oder fremdenfeindlich“ agiert habe. Dennoch wird er mit der Begründung gefeuert, dass die „getätigten Äußerungen insgesamt nicht den Werten von Hertha BSC entsprechen“ würden. In der Welt fragt Rainer Haubrich: „Man darf auch daran erinnern, dass die christdemokratische Bundeskanzlerin noch vor Jahren gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare war und zuletzt im Bundestag gegen die Ehe für alle stimmte. Dürften also weder der Papst noch Angela Merkel Hertha-Mitglied werden?“

Gérard Krause. Am 14. April schicken der Epidemiologe Klaus Stöhr (62, ex-WHO) und Detlev Krüger (70), früherer Chef-Virologe der Charité, einen Brief an die Fraktionschefs im Bundestag. Darin: Kritik am Inzidenzwert als Maß aller Dinge in der Corona-Politik. Wie BILD später erfährt, WOLLTE ein weiterer Top-Epidemiologe das Schreiben unterzeichnen, DURFTE aber nicht: Gérard Krause, der Leiter der Abteilung „Epidemiologie“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Begründung des renommierten Instituts gegenüber BILD: Helmholtz-Forscher sollten sich „seriös und neutral“ äußern, „ohne sich dabei in irgendeiner Weise politisch oder anderweitig vereinnahmen zu lassen“. ABER: Für zwei andere Helmholtz-Wissenschaftler scheint diese Regel NICHT zu gelten. Mit der Virologin Melanie Brinkmann (47) und dem Physiker Michael Meyer-Hermann (54) gehören die beiden prominentesten Forscher des Helmholtz-Instituts zu den Verfassern des hochpolitischen „NoCovid“-Papiers, das seit Monaten für polarisierende Debatten sorgt. Darin fordern die beiden Wissenschaftler einen Knallhart-Lockdown für Deutschland.

Michelle Hunziker. Die Fernsehmoderatorin albert  in einer italienischen Satireshow, der TV-Sendung „Striscia la notizia“ zusammen mit ihrem Co-Moderator Gerry Scotti ein wenig herum. Es gibt eine Empörungswelle. Der Spiegel schreibt: „Es sollte Satire sein, war aber einfach nur Rassismus: Michelle Hunziker hat sich vor laufender Kamera mit Grimassen und Akzent über Chinesen lustig gemacht. Eine Entschuldigung war fällig.“ Hunziker entschuldigt sich „bei allen Communities, die sie beleidigt“ habe, und für ihre Naivität, die Sensibilität der Menschen nicht in Betracht gezogen zu haben. Zum Glück verändere sich die Welt und sie wolle definitiv daran mitwirken und begrüße die Chance, dazu zu lernen. Quelle: Spiegel online.

Helmut Schleich. Der Bayerische Rundfunk (BR) zieht nach viel Kritik an einem Satire-Beitrag mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten Konsequenzen. Die umstrittene Kunstfigur „Maxwell Strauß“ als Karikatur von Franz Josef Strauß wird künftig nicht mehr im Programm zu sehen sein. BR-Intendantin Katja Wildermuth kündigte im Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders zudem eine interne Werte-Diskussion an. In der Sendung „SchleichFernsehen“ war Kabarettist Helmut Schleich Anfang April in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Strauß geschlüpft – und hatte dabei das Mittel des Blackfacings genutzt. Mit schwarz geschminktem Gesicht machte er Witze über die aktuelle bayerische Politik. Quelle: ntv.de
Für Schleich kam die Entscheidung nicht überraschend. In einem Interview sagte er im März: „Ich spiele in „Schleichfernsehen“ immer wieder einmal die Figur des Maxwell Strauß, eines von mir erfundenen unehelichen Sohns von Franz Josef Strauß, der in Afrika Diktator ist. Und plötzlich fragst du dich, ob du diese Figur noch spielen kannst mit schwarz angemaltem Gesicht. Stattdessen einen sterilen Vortrag über Kolonialismus zu halten, ist ja beileibe nicht lustiger.“

OVALmedia. Die Videostreaming-Plattform Vimeo löscht den seit zehn Jahren bestehenden Kanal der Produktionsfirma OVALmedia. Die eher links-orientierten Filmemacher aus Berlin sind unter anderem für ihre Doku „Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen“ (2017) bekannt. Beiträge von OVALmedia wurden unter anderem bei ARD, ZDF und Arte gesendet. Konkreter Anlass der Zensur durch Vimeo war offenbar die Veröffentlichung der jüngsten Dokumentation der Firma. „CORONA.film Prolog“ setzt sich kritisch mit der Corona-Politik in verschiedenen Ländern auseinander. Hier können Sie sich die rund 75-minütige Doku weiterhin anschauen (siehe auch die Rezension von Ramin Peymani auf Achgut.com).
Der Tagesspiegel berichtete bereits Anfang März ausführlich unter der Überschrift „Ovalmedia verbreitet Verschwörungslügen – und produziert für Arte“ über OVALmedia und den Firmenchef Robert Cibis, beklagte, dass die Firma viele Filmpreise gewonnen hat, und bemühte sich auch, Auftraggeber wie Arte zu warnen. Arte sagt, es sei keine weitere Zusammenarbeit geplant. Da die Mitgründerin der Firma, Lilian Franck, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Alice-Salomon-Hochschule ist, meldete man sich auch dort. Die Hochschule versicherte, die in den Sendungen gemachten Aussagen seien selbstverständlich „in keinster Weise konform mit unserer Haltung und unserem Handeln als Hochschule gegenüber der Pandemie“. Man werde den Fall jetzt prüfen.

Heino. Die Geschäftsführung der Düsseldorfer Tonhalle weigert sich, für ein anstehendes Konzert des 82-jährigen Schlagersängers am 8. Oktober zu werben. Grund dafür ist der gewählte Titel der Veranstaltung: „Heino goes Klassik – Ein deutscher Liederabend“.
„Wir werden den Abend mit diesem Titel nicht bewerben, da er fachlich und politisch nicht korrekt gewählt ist“, erklärt Intendant Michael Becker gegenüber der „Bild“. Mit dem Begriff „ein deutscher Liederabend“ rücke sich Heino „in eine ungemütliche Ecke“. Zwar sei es korrekt, die von Heino gewählten Werke wie „Guten Abend, gut‘ Nacht“ oder „Sah ein Knab‘ ein Röslein stehn“ als „deutsches Lied“ zu bezeichnen. Der Tourtitel „Ein deutscher Liederabend“ hingegen bezeichne ein „imaginäres Konzertformat“, so Becker: „Wir müssen damit rechnen, dass es so verstanden wird, dass es sich hier etwa um einen Liederabend für Deutsche handelt. Der Begriff ‚ein deutscher Liederabend‘ tümelt, und er ist fachlich nicht korrekt. Zumal in der klassischen Szene, der Heino sich ja andient.“ „Korrekt und unproblematisch“ seien alternative Titel wie „Heino – ein Liederabend“ oder „Heino singt deutsches Lied“. Becker verweist zudem auf die für ihn geltenden städtischen Richtlinien. In einem Antrag in der Düsseldorfer Stadtratssitzung von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP im März 2019 heißt es, man lehne „die Überlassung von Räumen für Veranstaltungen mit rassistischen, antisemitischen, salafistischen, antidemokratischen, sexistischen, gewaltverherrlichenden, oder anderen menschenfeindlichen Inhalten“ ab. Quelle: Weser-Kurier

Joost Vergoossen. Der Gitarrist der Band „Die Höhner“, einer der namhaftesten und ältesten Kölner Karneval- und Schlagerbands, wird gefeuert. Begründung: „Joost Vergoossens Haltung zur weltweiten, Covid-19 bedingten Pandemie, die er in mehreren Postings auf seinen Social-Media-Plattformen veröffentlicht hat, entsprechen nicht der Überzeugung der Band.“ Ausschlaggebend war offenbar ein Coronapolitik-kritischer Post des Forum voor Democratie (FvD) aus den Niederlanden, den er auf Facebook geteilt hat. Vergoossen berichtet, er habe nach seinem Rauswurf um ein persönliches Gespräch gebeten, um der Band zu verdeutlichen, dass er kein Rassist oder „Virenverweigerer“ sei. Das sei jedoch abgelehnt worden. Quelle: Express.

Michael Schmidt-Salomon und weitere. Die Plattform change.org sperrt die Ende März gestartete Online-Petition „Europas Freiheit schützen – Politischen Islam stoppen!“ wegen „impliziter Hassrede“. „Seit den Attacken auf Salman Rushdie vor mehr als dreißig Jahren fasst der politische Islam in Europa immer mehr Fuß. Das gefährdet die offenen Gesellschaften unserer liberalen Demokratien. Die jüngsten islamistischen Morde in Frankreich, Deutschland und Österreich fordern unseren entschiedenen Widerspruch“, heißt es in der Einleitung der Petition. Und auch: „Wir wollen die Abwehr des islamischen Fundamentalismus nicht mehr den Rechtsextremen überlassen. Wir setzen aus der Mitte der Gesellschaft ein Zeichen dagegen.“ Die Verfasser der Petition sind nach eigener Aussage „ein bundesweites Netzwerk aus demokratischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, aus Autoren und Autorinnen, Kunstschaffenden, Bildungsexperten und Bildungsexpertinnen. Sie sind zum Teil aktive Mitglieder bei den GRÜNEN, in der SPD, der FDP und auch der CDU.“ Zu den Erstunterzeichnern zählen unter anderem Michael Schmidt-Salomon, Mina Ahadi, Susanne Schröter und Christa Stolle. Quelle: Humanistischer Pressedienst.

Jan-Marco Luczak. Das Wahlkreisbüro des Berliner CDU-Politikers Jan-Marco Luczak wurde kürzlich wieder Ziel von Vandalen. Fenster zerdeppert, Farbe verspritzt, Fassade beschmiert. Für Luczak traurige Routine. Es ist bereits der vierte Anschlag in der laufenden Legislaturperiode. Dreimal traf es sein Büro, einmal das Haus, in dem er mit seiner Familie lebt. Zur Hassfigur wurde Luczak, weil er den Mietendeckel ablehnt, bis vor Kurzem das Lieblingsprojekt von Rot-Rot-Grün in Berlin. Quelle: Spiegel online

Union-Stuben.  Die Generalstaatsanwaltschaft verwirft die Beschwerde des Aktionsbündnisses „Bremerhaven bleibt bunt“ gegen die Einstellung des Verfahrens gegen den Gastwirt der Union-Stuben in Bremerhaven wegen Volksverhetzung. Der Wirt hatte einen Drink namens Bimbo angeboten und dazu auf der Getränkekarte die Karikatur eines Schwarzen Piraten (aus einem Asterix-Comic) mit wulstigen Lippen abgebildet. Die Staatsanwaltschaft Bremen hatte das Verfahren im Januar mit der Begründung eingestellt, die bloße Verwendung diskriminierender Begriffe sei noch kein Angriff auf die Menschenwürde. Für eine böswillige Verächtlichmachung und Handeln aus niederträchtiger, bewusst feindseliger Gesinnung heraus gebe es keine ausreichenden Anhaltspunkte. Letztlich wiege in diesem Zusammenhang das Grundrecht auf Meinungsfreiheit schwerer. Den Drink gibt es dennoch schon eine Weile nicht mehr unter diesem Namen. Die deutschen und französischen „Asterix“-Verleger hatten sich scharf von dieser „fälschlichen Nutzung“ distanziert, die gegen alle „Asterix-Werte“ wie Anti-Rassismus und Weltoffenheit verstoße. Auch der Likörhersteller Mast-Jägermeister ging auf Distanz zu der Kneipe, die mit großen „Jägermeister“-Emblemen für sich wirbt. Als beide Konzerne sogar rechtliche Schritte androhten, kündigte die Gaststätte an, den „allseits beliebten ‚Bimbo‘“ in „Schwarzer Teufel“ umzutaufen. Quellen: Weser-Kurier, Frankfurter Rundschau

Mona Aranea. Die Vize-Bezirksvorsteherin im Stadtbezirk Ost in Mönchengladbach tritt von ihrem Amt zurück. Gleichzeitig tritt die Grünen-Politikerin aus der Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Ost aus. Aranea gibt damit dem Druck ihrer Partei nach. Sie war wiederholt bei Demonstrationen und Kundgebungen als Kritikerin der Corona-Maßnahmen aufgetreten. Quelle: Westdeutsche Zeitung.

Pinky Gloves. Die Gründer des Unternehmens „Pinky Gloves“ Eugen Raimkulow und Andre Ritterswürden geben auf und nehmen das Produkt vom Markt. Die „Pinky Gloves“, die in der Fernsehshow „Höhle der Löwen“ vorgestellt worden waren, sollten dazu dienen, ein vermeintliches Frauenproblem zu lösen. Die pinkfarbenen Handschuhe sollten dazu dienen, Damenhygieneartikel in dem Handschuh als blicksicherer Müllbeutel diskret wegzuwerfen. Im Internet zeigten sich viele verärgert: sexistisch. Die Gründer schreiben in ihrem Statement: „Was uns nachhaltig sehr trifft, ist die Tatsache, dass wir einer heftigen Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohungen, bis hin zu Morddrohungen, ausgesetzt sind. Wir werden auf offener Straße attackiert und beschimpft.“ Und sie versichern: „Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen und sie verstanden.“ Quelle: Spiegel online

Dire Straits. „Money For Nothing ist der kommerziell erfolgreichste Song der Dire Straits. Enthalten ist er auf ihrem Erfolgsalbum „Brothers In Arms“, das 1985 erschien und sich bis heute über 30 Millionen mal verkaufte. Der von Mark Knopfler geschriebene Text handelt von zwei Baumarkt-Mitarbeitern, die darüber philosophieren, wie es wohl wäre, Rockstar zu sein. Es könnte so schön sein. Anstatt Mikrowellen und Kühlschränke auszuliefern und im Job zu versauern, hätte man viele Frauen und noch mehr Geld. Der Berliner Rundfunk (und vermutlich auch andere Radiostationen) senden seit einiger Zeit nur noch eine Version des Songs, in der folgende Strophe herausgeschnitten wurde:

See the little faggot with the earring and the makeup
Yeah buddy that’s his own hair
That little faggot got his own jet airplane
That little faggot he’s a millionaire

In Kanada wurde der Song wegen der Verwendung des Wortes „faggot“ (Schwuchtel) bereits 2011 landesweit im Rundfunk verboten. Es gibt auch eine Fassung, in der „faggot“ durch „maggot“ (Made) ersetzt wurde. Quelle: The Guardian

Eiscafé „Eiskimo“. Das Eiscafé in Berlin Lichterfelde heißt jetzt „Peter und der Wulf“ – Geschäftsführer Peter Lichtel berichtet dem Tagesspiegel, warum: „Es gab vermehrt Hinweise darauf, dass der Begriff ‚Eskimo‘ als Schimpfwort verstanden wird. Firmen und Einzelpersonen aus einer Partei haben uns deshalb nicht mehr fürs Eis-Catering bestellt.“

Denis Rancourt. Auf Twitter weist der kanadische Physiker Denis Rancourt darauf hin, dass er dauerhaft von dem in Deutschland ansässigen sozialen Netzwerk für Wissenschaftler ResearchGate gesperrt worden ist, und belegt das mit Screenshots. Der Grund: Rancourt hatte auf der Plattform mehrere wissenschaftliche Berichte veröffentlicht, die gegen das Maskentragen und gegen die Corona-Impfungen argumentieren. Das verstößt offenbar gegen die Nutzungsbedingungen, welche Inhalte unterbinden, die „potentiell Schaden verursachen“.

196 Polizeieinsatzkritiker. Bei einer Anti-Corona-Demo im Januar in Lauf mit 40 Teilnehmern hatten Polizisten unter anderem das Attest einer Frau überprüft, die gegen die Maskenpflicht verstoßen hatte. Mehrere Menschen hatten sich mit der Frau solidarisiert und sogar Polizisten tätlich angegriffen. Ein Video des Vorfalls landete in sozialen Netzwerken. Dieses Video wurde rund 13.000 mal kommentiert – größtenteils mit einer deutlichen Tendenz gegen die Polizisten. In 196 Fällen sehen die Schwabacher Kripo-Beamten Straftatbestände erfüllt und haben daher Ermittlungsverfahren wegen Hasskommentaren eingeleitet. Die Ermittlungen erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet. Quelle: BR 24

5 Kommentare zu „April 2021

  1. Homosexualität ist in Ungarn legal, deshalb verwundern die Äußerungen Petrys etwas, es sei denn, er wolle den Spieler Gulásci öffentlich diskreditieren, indem er an die Ressentiments einer homophoben ungarischen Leserschaft appelliert.
    Einmal mehr zeigt sich auch die Fragwürdigkeit des Begriffs „cancel culture“: Zum einen hat sich Petry mit seinen Äußerungen gegen die Grundsätze seines Arbeitgebers gestellt, zum anderen könnte man genausogut argumentieren, dass die Ansichten von Herrn Gulásci nicht von Herrn Petry kommentiert werden müssen, es sei denn, er wolle ihm – s.oben – schaden.

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  2. Welcher Worte kann man denn noch verbieten? =
    Fliegender Holländer? Alter Schwede? Geiziger Schotte? Saupreiß? Ami?
    Oder reicht inzwischen schon „Holländer“, „Schwede“, „Preuße“, „Schotte“ … ?

    Auch das Wort „Kinder“ könnte diskriminieren, zum Beispiel 13-jährige, die sich schon erwachsen fühlen.
    Es gibt reichlich zu tun, liebe Grüne und Linke und Sozies. Pack’s an!
    (das wort „reichlich“ diskriminiert doch hoffenlich keine armen Leute?)

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  3. „wird von YouTube digital ausgeblendet. Dies ist rechtswidrig und verletzt die durch Art. 5 GG verbriefte Meinungs-, Presse-, und Informationsfreiheit.“ Nein, ist es nicht. Youtube ist eine Firma und darf entscheiden welche Videos auf ihrer Plattform angezeigt werden und welche nicht. Übrigens gilt sowieso amerikanisches Recht und nicht deutsches. Schlecht recherchiert.

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