Juli 2022

Marie-Luise Vollbrecht. Nach der Ankündigung einer Demonstration sagt die Humboldt-Universität den Vortrag der Biologin mit dem Titel „Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt“ ab, der für die „Lange Nacht der Wissenschaften“ vorgesehen war. Zur Begründung sagte eine Sprecherin der Uni der „Bild“-Zeitung: „Die Debatte um den Vortrag droht alle anderen Angebote zu überschatten.“ Zur Demo (wegen Queerfeindlichkeit) aufgerufen hatte der „Arbeitskreis kritischer Jurist*innen an der Humboldt Uni Berlin“ (AKJ). Die F.A.Z. kommentiert: „Statt für Meinungsfreiheit und Diskussionsvielfalt einzustehen, entschied die Universität sich für das Mundtotmachen und beugte sich dem linken Gesinnungsterror einer Minderheit. Mittlerweile hat solches Verhalten an Universitäten Tradition. Immer wieder veranstalten radikale Aktivisten Hetzjagden auf Andersdenkende und haben Erfolg.“

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Alexander Wallasch. Der Journalist und Buchautor schreibt auf Twitter mit Bezug auf die Kündigung des Paypal-Kontos seines Kollegen Boris Reitschuster: „Falls Paypal mich auch sperrt, auch ich habe nur die Konto-Alternative und keinerlei Werbeeinnahmen. Ich freue mich über jede Unterstützung. Danke.“ Darunter setzte er seine IBAN-Nummer. Ein Troll kommentiert: „@solarisbank Schaut mal, wen ihr da als Kunden habt“. Die Solarisbank antwortet: „Ist bereits an unser Team weitergeleitet.“ 24 Stunden später sind die Konten von Wallasch gesperrt. Quelle: Website von Alexander Wallasch

Terre des Femmes. Die Frauenrechtsorganisation zieht ihr Positionspapier zu Transgender, Selbstbestimmung und Geschlecht zurück. Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle schreibt, Terre des Femmes sehe „sich seit Verabschiedung des Positionspapiers mit den heftigsten Vorwürfen konfrontiert. Dem Vorwurf der Transfeindlichkeit, der sich insbesondere auf das Positionspapier bezieht, ist inzwischen mit keinem Argument mehr zu begegnen. Solange das Positionspapier öffentlich ist und nicht transparent zurückgenommen wird, wird dieser Vorwurf bleiben. Dadurch wird unser Auftrag – der Einsatz für Frauenrechte – bis zur Unmöglichkeit erschwert, Kooperationen und wichtige Bündnisse sind und werden aufgekündigt, bereits begonnene Kampagnen können nicht umgesetzt oder müssen abgebrochen werden. Das Thema Transgender und das Positionspapier überschatten alle unseren wichtigen Referatsthemen.“

Robin Leutner. Die Stadt Würzburg verbietet das Abspielen des Schlagers „Layla“ von DJ Robin auf dem Kiliani-Volksfest. Als Grund wird darauf verwiesen, der Liedtext werde von manchen Menschen als sexistisch empfunden. Denn der Refrain lautet „Ich hab‘ ´nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler.“ Musikwissenschaftler Markus Henrik bezeichnet den Song gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) als „hochgradig sexistisch“. Der Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg sieht das auch so. Die „Experten“ sind sich also einig. Am Ballermann, auf Festivals und auch auf Volksfesten dient der Song vor allem bei jungen Leuten als Stimmungshit und es wird kräftig mitgegrölt. In den deutschen Single-Charts steht das Lied aktuell auf Platz 1. Die jüngste Stadträtin Würzburgs, Rena Schimmer (Junge Union), wehrt sich gegen das Verbot. „Für mich ist das subjektiv kein Sexismus, dementsprechend habe ich kein Problem damit“, sagt sie. Quelle: Merkur

Lauwarm. Die Band “Lauwarm“ muss einen Auftritt in Bern auf kurzfristige Entscheidung der Veranstalter abbrechen, weil sich einzelne Zuschauer von den Dreadlocks einiger weißer Band-Mitglieder verletzt fühlen. Der Vorwurf lautet, dass dies “kulturelle Aneignung“ wäre. Die Veranstalter entschuldigen sich auf Facebook beim Publikum: man hätte diese besser vor dem Auftritt “schützen müssen“. Der Münchner Ex-Oberbürgermeister und bayerische LGBTI*-Ikone Christian Ude kommentieret: “Ohne ´kulturelle Aneignung‘ gäbe es keinen Jazz in Europa. Davon haben in meiner Jugend alte Nazis geträumt. Und nur die Spießer von der `Sauberen Leinwand‘ waren so sittenstreng und verbotsfreudig wie heute die Sittenwächter der woke Generation. Immerhin durfte man damals aber noch unbeanstandet aussprechen, dass es überhaupt Männer und Frauen gibt…“. Quelle: Schwulissimo

Dr. Motte. Die Initiative „Mein Grundeinkommen“ lädt den Gründer der Love Parade, Dr. Motte, aus. Die Initiative schreibt dazu in einer Erklärung: „Auf der Demonstration „Rave the Planet“, auf der auch wir als Mein Grundeinkommen vertreten waren, hat der Initiator Dr. Motte sich verneigend das Logo der „Freedom Parade“ in die Menge gehalten, was in einem Video deutlich wird. Von diesem Vorgang und den Hintergründen dazu möchten wir uns aufs Deutlichste distanzieren. Wir verurteilen und dulden seit jeher keine antisemitischen, rassistischen, homo- und transfeindlichen oder anderweitig diskriminierenden oder verschwörungsgläubigen Äußerungen jedweder Art. Das gilt auch für die Ansichten der Querdenkenden der sogenannten „Freedom Parade“, die in enger Verbindung mit rechtsextremistischen Kreisen steht. (…) Wir haben Dr. Motte als ersten konsequenten Schritt am Montag als Gast unserer Verlosung ausgeladen. Die Verlosung sagen wir hiermit ab, um dem Aufarbeitungs-Prozess den notwendigen Raum zu geben. (…) Gemeinsam mit den über 200.000 Teilnehmenden der Demonstration stehen wir nun in Verbindung mit der Querdenken-Bewegung und werden damit in ein Umfeld rechtsextremen Gedankenguts gebracht. Uns ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen und uns klar gegen rechtes und verschwörungsgläubiges Gedankengut zu positionieren.

Armin Petschner-Multari. Die „Juso“-Hochschulgruppe der FU Berlin fordert nach einer Teilnahme des Publizisten an einer Diskussionsveranstaltung „Moderner Konservatismus zwischen Tradition und Zeitenwende“, dass in Zukunft solche Leute nicht mehr eingeladen werden. Zu beanstanden hat sie u.a. „rechtskonservativ“, „der CDU/CSU nahe stehend“, „rechtspopulistisch“, „verschwörungsideologisch“, „trans- und schwulenfeindlich“. Zu letzterem merkt Petschner-Multari an: „Ich erinnere mich aber an den Satz, den ich gesagt habe: „Frauen haben in der Regel keinen Penis.“ Das darf man gerne anders sehen, „transfeindlich“ ist das sicher nicht. Über Homosexualität wurde gar nicht gesprochen. Eventuell wissen die Jusos auch nicht, dass ich schwul bin.“

Netzwerk Linker Widerstand. DieCrowdfundingplatform Patreon sperrt den Account des coronakritischen Netzwerks.

Zugchef im #ICE1020. Der frühere SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans denunziert per Twitter beim Arbeitgeber. Er schreibt: „Liebe @DB_Bahn, wenn Ihr Zugchef im #ICE1020 den Hinweis auf die Maskenpflicht mit dem Hinweis garniert, dass wir das Herrn @Karl_Lauterbach zu verdanken haben, frage ich mich, ob der Hinweis auf technische Ausfälle aller Art demnächst auch mit den Herren Scheuer und Dobrindt in Verbindung gebracht wird. (Der Zusatz, dass die Ansage so lange dauert, weil gegendert werden muss, wäre auch verzichtbar.) Ansonsten bin ich für die Maskenpflicht im rappelvollen Zug dankbar!“ Quelle: Achgut

3 Kommentare zu „Juli 2022

      1. Soweit ich weiß, ist wegen des Abspielens des Liedes noch niemand verhaftet oder belangt worden. Die Stadt als Ausrichterin des Volksfestes hat lediglich darum gebeten, dieses Lied wegen seiner sexistischen Botschaft nicht zu spielen. Ich vermute, dass auch das Abspielen von Zwölftonmusik oder Deathmetal nicht unbedingt erwünscht ist.

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