September 2022

Dirk von Kügelgen. Seit 15 Jahren hat der Journalist die Internetseiten der vier Kunstfachgruppen des Bereichs Kunst und Kultur sowie die Seiten des Fachbereichs Medien Kunst und Industrie der Gewerkschaft ver.di gepflegt. Nun wird sein Vertrag im Zuge eines Relaunch der Seite https://kunst-kultur.verdi.de/, die jetzt auch die bislang separat bestehenden Internetseiten der vier Kunstfachgruppen umfasst, mit folgender Begründung gekündigt: „Mit der Offlinenahme der Fachgruppenseiten sowie der Unterseite auf dem alt8er-Bereich sollen diese auch nicht mehr von dir gepflegt werden. Bei unserem Gespräch hast du deutlich gesagt, dass du nicht bereit ist, gendersensible Sprache zu verwenden, insbesondere nicht den Genderstern. Dies wird jedoch die einheitliche Schreibweise auf unserer neuen Homepage sein. Daher werden wir mit der Umstellung auf die neuen Webseiten Deine Unterstützung nicht mehr in Anspruch nehmen.“ Dirk von Kügelgen sagt dazu: „Ich bleibe bei meiner Haltung, dass der »Gender-Stern« nichts in der Deutschen Schriftsprache zu suchen hat. 15 Jahre intensiver Arbeit wurden wegen eines * beendet.“ Quelle: Persönliche Mitteilung von Dirk von Kügelgen 

Klaus Roggenthin. Der promovierte Soziologe verliert seinen Job als Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe (BAG-S) – einem von sechs Sozialverbänden getragenen und zum Großteil aus Steuermitteln finanzierten Verein, der sich für die Belange von Straftätern einsetzt, weil er es ablehnt, in Textbeiträgen unter eigenem Namen zu gendern. Bei Texten, bei denen er selbst als Autor nicht namentlich in Erscheinung treten muss – etwa auf der Homepage oder in Pressemitteilungen des Vereins –, hat Roggenthin sich nach eigener Aussage nie geweigert, zu gendern: „Ich hielt die Grundsatzentscheidung für Gendersprache für bedauerlich, aber solange ich persönlich nicht öffentlich dazu genötigt wurde, konnte ich damit leben.“ Quelle: Welt online

Georg Meggle. Die „Gesellschaft für analytische Philosophie“ lädt ihren Ehrenpräsidenten Prof. Georg Meggle von einer Podiumsveranstaltung aus, nachdem man bemerkt hat, dass er den „Neuen Krefelder Appell“ unterzeichnet hatte. Besonders pikant: Die Veranstaltung trägt den Titel „Wissenschaftsfreiheit und Moral“ und sollte das Signal senden, dass man „auch über kontroverse Themen sachlich diskutieren kann“. In einer Erklärung schreibt der Vorstand der GAP: „Wir halten es für unangemessen, das Eröffnungspodium eines wissenschaftlichen Kongresses mit einer Person zu besetzen, die eine krude Verschwörungstheorie wie die Great Reset-Theorie unter-stützt. Eine solche Theorie zu propagieren widerspricht den epistemischen Standards, für die die GAP als Fachgesellschaft steht. Es ist auch dem Signal entgegengesetzt, das wir mit der Auftaktveranstal-tung des Kongresses aussenden möchten: zu zeigen, dass man auch über kontroverse Themen sach-lich und unter Berücksichtigung der Beleglage diskutieren kann.“ Quelle: GAP

Birgit Kelle. In Bremen sagt das Nobel-Etablissement Hotel Munte eine Veranstaltung mit der konservativen Publizistin Birgit Kelle ab. Auf Einladung des Vereins Deutsche Sprache (VDS) sollte Kelle zum Thema „Gender-Politik ist das Problem, nicht die Lösung“ sprechen. Der Veranstaltungstitel ist auch der Untertitel ihres Buches „Noch Normal? Das lässt sich gendern!“, das 2020 im Finanzbuch Verlag erschien. Die Inhalte der Veranstalter passen nach Aussage des Hotelinhabers nicht zur Philosophie des Hauses. Das Hotel distanziere sich von Diskriminierungen jeglicher Art und wolle nicht mit Organisationen oder Personen in Verbindung gebracht werden, die solches Gedankengut fördern. Quelle: Achgut

Ulrike Guérot. Die Politikwissenschaftlerin wird aus der Jury des NDR-Sachbuchpreises geschmissen. Begründung: „Unsere Juryarbeit basiert auf Werten der wissenschaftlichen Gemeinschaft und denen des NDR-Sachbuchpreises. Die Jurymitglieder haben sich eindeutig positioniert und sehen Ihre öffentlichen Äußerungen deutlich von unseren Werten entfernt. Um eine sachliche, diskursive aber auch im Rahmen eines demokratisch und wissenschaftlich abgesicherten Wertekanons kooperative Juryarbeit sicher zu stellen, möchten wir auf Ihre Mitarbeit verzichten.“ Quelle: Tweet von Ulrike Guérot.

Volksbank Mittelhessen. Die Volksbank Mittelhessen eG macht sich über Robert Habeck (Grüne) lustig und muss, nachdem es Kritik gibt, wieder zurückrudern. Fast jeder kennt inzwischen die haarsträubend weltfremden und unsinnigen Äußerungen, die Habeck in der ARD-Sendung Maischberger zur Insolvenz gemacht hat. Der Wirtschaftsminister behauptete dort unter anderem, Firmen wären bei Produktionsstopp „nicht insolvent automatisch, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen“. Die Volksbank Mittelhessen spann das satirisch weiter und schrieb auf dem Sozialen Netzwerk LinkedIn: „Das ist keine Inflation, das Geld ist nur weniger wert.“ Ein Zitat angeblich von „Robert H., Finanzexperte“ (der betreffende Post war mit einem Foto Habecks bebildert). Einige Grünen-Anhänger betrachteten das wohl als Majestätsbeleidigung und beschwerten sich bei der Volksbank, denn wenig später postete diese auf LinkedIn unterwürfigst: „Wir haben heute einen Post veröffentlicht, der lustig gemeint war. Leider lagen wir daneben. Es tut uns leid, wenn sich dadurch einige von euch angegriffen gefühlt haben. Als regionale Genossenschaftsbank sehen wir uns auch weiterhin als parteiunabhängig. Wir wollten weder Robert Habeck persönlich noch seiner Partei zu nahe treten und bitten ihn persönlich um Entschuldigung. Wir werden künftig darauf achten, umsichtiger zu kommunizieren.“ (Quelle: BILD)

Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution. Das feministische Netzwerk Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution e.V. wird vom Nachbarschaftshaus Urban in Berlin-Kreuzberg gecancelt. Der Verein wollte dort eine Reihe von vier prostitutionskritischen Filmen zeigen und darüber mit dem Publikum diskutieren. Aber nach nur einer Filmvorführung musste sich Sisters e.V. eine neue Location für die restlichen Veranstaltungen suchen. Offenbar erreichte die Geschäftsführung des Nachbarschaftshauses ein Protestbrief, durch den ihr – Zitat – „die Komplexität des Themas Sexarbeit und das Konfliktpotential der Positionen und der Veranstaltungen von Sisters e.V. erst vor Augen geführt [wurden]“. Die Bereitstellung von Räumen könnte als „Positionierung des Nachbarschaftshauses für Sisters e.V.“ und die Ziele dieses Vereins verstanden werden, was problematisch sei, zitiert Sisters e.V. weiter eine private Mitteilung der Geschäftsführung an den Verein. Außerdem habe die Leitung des Nachbarschaftshauses erklärt, sich mit einer vorläufigen Absage Zeit verschaffen zu wollen, um sicherzugehen, dass die geplanten Veranstaltungen nichts mit „Verschwörungstheorien, religiösem Fundamentalismus und Hass auf Sexarbeitende, TransMenschen, Muslime und Migrant_innen“ zu tun hätten (alle Zitate via Sisters e.V. auf Twitter, daher nicht unabhängig überprüft). Quelle: Achgut

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