November 2022

Sebastian Weber. Der Kanal von Weber auf Youtube, Weichreite TV, wird für zwei Wochen gesperrt, weil er live von regierungskritischen Demos streamt. Quelle: Achgut.

Wajdi Mouawad. Das Stück „Vögel“ des libanesisch-kanadischen Autors und Theatermachers wird am Münchner Metropoltheater nach Protesten von jüdischen Studentenverbände und dem Vorwurf des israelbezogenen Antisemitismus und der Shoa-Relativierung abgesetzt. Sogar eine Sondervorstellung, die der Diskussion dienen sollte, findet nicht statt. Das Stück zeigt drei Generationen einer jüdischen Familie, die sich in Israel treffen – zwischen palästinensischen Attentaten, biografischer Vergangenheitsaufarbeitung und der Liebe des Jüngsten zu einer muslimisch-arabischen Frau. Das Stück war zuvor an 14 deutschsprachigen Theatern und auch bei einem Gastspiel in Tel Aviv aufgeführt worden, ohne dass es Proteste gab. Die „erhitzte Atmosphäre“ lasse keine sachliche Diskussion zu, sagt Jochen Schölch, der Leiter des Metropoltheaters und Regisseur der Inszenierung. Quelle: Welt online

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Klaus Alfs dokumentiert bei Novo, wie er von den MDR „Faktencheckern“ für kritische Kommentare zum angeblichen „Klimanotstand“ systematisch gelöscht wird.

Roger Waters. Nach seinen Kollegen in Bayern und Hessen fordert auch Berlins Antisemitismusbeauftragter Samuel Salzborn (45) den Pink Floyd Mitbegründer Roger Waters (79) nicht auftreten zu lassen. Der B.Z. sagte Salzborn: „Roger Waters äußert sich seit geraumer Zeit in massiver Weise israelfeindlich und antisemitisch, er ist eine der lautesten Stimmen im Musikgeschäft, die antiisraelischen Antisemitismus verbreiten. Wer es mit dem Kampf gegen Antisemitismus ernst meint, sollte ihm keine Bühne geben.“ Der Veranstalter der Tour distanziert sich von den politischen Positionen des Musikers. „Unsere Vertragsunterzeichnung und die damit verbundenen Verpflichtungen für die betreffenden Shows von Roger Waters fallen in eine Zeit, bevor der Künstler Aussagen getätigt hat oder wir Kenntnis über einzelne Statements hatten, die wir selbst problematisch finden und keinesfalls unsere eigenen Ansichten widerspiegeln“, sagte ein Sprecher des in Hamburg ansässigen Konzertveranstalters FKP Scorpio.

Caryl Churchill. Der mit 75.000 Euro dotierte Europäische Dramatikerpreis wird nach Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Preisträgerin in diesem Jahr nicht vergeben. Die Jury hatte im April der 84-jährigen Britin den „Europäischen Dramatiker:innen Preis“ – wie die Organisatoren selbst den Preis bezeichnen – für ihr Gesamtwerk zugesprochen. Er sollte am 20. November in Stuttgart verliehen werden. Wegen Recherchen eines Journalisten-Netzwerks war die Entscheidung aber in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Churchill soll sich in der internationalen Israel-Kulturboykott-Bewegung BDS engagiert haben, darüber hinaus tauchen in ihren Werken antisemitische Stereotype auf. Das Stück „Seven Jewish Children“ könne antisemitisch wirken, heißt es vom Schauspiel Stuttgart. Daraufhin hatte Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) aufgefordert, die Schirmherrschaft für den Preis zurückzugeben. Die Jury hat sich jetzt entschieden, den Preis in diesem Jahr nicht zu vergeben. Quelle: SWR

Markus Krall. Der deutsche Ökonom und Buchautor Markus Krall soll auf einer Veranstaltung des römisch-katholischen Bistums Chur in der Schweiz reden. Kurz zuvor wird er vom Generalvikar des Bistums ausgeladen, nachdem der Rektor der örtlichen Theologischen Hochschule, Christian Cebulj, Unterstellungen gegen Krall verbreitet hat. Der Chef der Degussa-Goldhandel, Katholik und nach Eigenaussage „libertärer Anarchist“ vertrete, so der Theologe, „‚reaktionäre Positionen‘“, sei AfD-nah, Verschwörungstheorien-affin und müsse „sich den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen“. Quelle: Achgut

Ralf Schuler. Ein Post von Ralf Schuler, dem ehemaligen Chef der Bild-Parlamentsredaktion, wird seitens Facebook gelöscht. Der Journalist hatte einen Beitrag aus seiner Feder, der bei der Schweizer Weltwoche unter dem Titel „Dass eine grüne Auto-Hasserin in den VW-Aufsichtsrat einzieht, ist symptomatisch für ein Land, das sich seit Jahren hauptberuflich in die eigene Tasche lügt“ erschienen war, geteilt. Darin urteilt er nicht nur über die neue Vize-Ministerpräsidentin Niedersachsens, Julia Hamburg, sondern geht vor allem mit seinen wohlstandssatten Landsleuten hart ins Gericht. Das sei zu viel der „Hassrede und Herabwürdigung“, befand Facebook. Ob das an der Bezeichnung unqualifizierter Grüner als „Flitzpiepen“ oder der Deutschen als lernunfähige „Träumer und Zänker“ lag, bleibt offen. Quelle: Achgut

Preußen. „Preußen“ soll aus dem Namen der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ verschwinden. Die 1957 durch ein Bundesgesetz gegründete, traditionsreiche Stiftung hat zur Aufgabe, die Kulturgüter des ehemaligen Landes Preußen zu bewahren und zu pflegen. Der Stiftungspräsident Hermann Parzinger sagt gegenüber der B. Z.: „Unsere historischen Wurzeln sind uns wichtig und dennoch kann man die Frage stellen, wie eine der weltweit größten Kultureinrichtungen mit ihren zahlreichen internationalen Verflechtungen und Aufgaben dies in ihrem Namen besser sichtbar machen könnte.“

„Ich habe mitgemacht“. Die Website „Ich habe mitgemacht – Das Archiv für Corona-Unrecht“, die Aussagen vor allem gegen Ungeimpfte und Kritiker der Corona-Politik sammelt, war diesen Monat einige Zeit nicht erreichbar. Zeitweise erschien statt des eigentlichen Inhalts nur eine Mitteilung, dass sie gehackt worden sei – aus mutmaßlich politischen Gründen. Seit mehreren Tagen ist die Website wieder normal nutzbar. Quelle: Achgut

John Neumeier. Der amerikanische Choreograf darf den Othello nicht mit dem Königlich-Dänischen Ballett aufführen. Die Kopenhagener Kultureinrichtung kündigte ihm jetzt die Zusammenarbeit auf, nachdem Tänzer sich über „‚rassistische Stereotypen‘“ in seiner Choreografie erregt hatten. Die Othello-Figur stoße dabei an einer Stelle „‚Affenlaute‘“ aus. Neumeier, seit Jahrzehnten erfolgreicher Ballettintendant der Hamburger Staatsoper, bleibt standhaft: „Auch wenn ich Einwände gegen die Färbung eines Tänzerkörpers zur Porträtierung der Rolle verstehe, glaube ich nicht an die Zensur der choreografischen Form.“ Quelle: Achgut

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